Eine Neuigkeit von denkdrei migrationsmanagement und diversity

Interkulturelle Handlungskompetenz durch sog. "Critical Incidents"

Der Erwerb von interkultureller Handlungskompetenz vollzieht sich als ein Lernen in vier Stufen:

Stufe 1: Sensibilität/Haltung
Stufe 2: Wissen/Kenntnisse
Stufe 3: Training/Fertigkeiten
Stufe 4: Handlungskompetenz

Dazu gehört z.B. ein Werteverständnis („Haltung“) ebenso wie Wissen um die Zusammenhänge von sog. Push- und Pullfaktoren für Migrationsentscheidungen, eine gewisse Aufmerksamkeit und grundsätzliche Sensibilität im Umgang mit Menschen, die „fremd“ und „anders“ wirken, eine Toleranzfähigkeit, hohe kommunikative Fähigkeiten und eine ausgeprägte Reflektionsbereitschaft und die Fähigkeit, eigenes Handeln kritisch zu beurteilen und ggfs. zu ändern. Auch gehört dazu ein Wissen um die Stufen interkulturellen Lernens vom Ethnozentrismus bis zum Ethnorelativismus, wobei sich der individuelle Lernprozess über mehrere Jahre hinziehen kann und bisweilen aus unterschiedlichen Gründen niemals abgeschlossen ist. Dies bezieht sich explizit auf Deutsche ohne sog. Migrationshintergrund.

Hier wird Stufe 1 vorausgesetzt, Stufe 2 übersprungen und beim Training in Stufe 3 eingestiegen.

Eine Möglichkeit des Trainings von interkultureller Handlungskompetenz ist die mit sog. „Critical Incidents“. Diese „kritischen Begebenheiten“ sind Situationen, die
• die Beteiligten als irritierend, verstörend, schwierig, frustrierend, konflikthaft, eigenartig usw. erleben
• die von den Beteiligten als Missverständnis empfunden werden
• die in Tabu berühren
• die einen Wendepunkt im Kontakt darstellen können.

Besonders der letzte Punkt ist wichtig, denn der Kontakt kann sich durch die „kritische Begebenheit“ zum Negativen ebenso wie zum Positiven entwickeln, kann kurz- oder langfristig zum Abbruch des Kontaktes führen oder zu einem besseren Gelingen des Kontaktes beitragen.

Gegenstand des Trainings sind kleine Situationen aus dem interkulturellen Alltag, z.B. die Verweigerung eines Handschlags zur Begrüßung. Das Training vollzieht sich jeweils in drei Teilen. Zuerst geht es um die eigene Perspektive, das eigene Erlebe und die Klärung der eigenen Werte und Gefühle. Dann erfolgt der sog. Perspektivwechsel, bei dem versucht wird, den Handlungsgrund der anderen Person zu erfassen, ein Verstehen zu erreichen bzw. nach Erklärungen gesucht wird. Am Schluss geht es um ein Aushandeln bzw. gemeinsames Herausfinden eines Zwischenraums und die Entwicklung von Handlungsstrategien.

Erstellt am 10.09.2018 von

Mit Klick auf den Button erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch Marktplatz-Mittelstand.de einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren. Durch Werbecookies von Drittanbietern erhalten Sie zudem personalisierte Werbung, auch wenn Sie nicht mehr auf unsere Webseite zugreifen.

Einverstanden